Die Küstenstadt CEFALÙ

Cefalù ist kein Geheimtipp, so erscheint die Küstenstadt in Reisempfehlungen für Sizilien ganz oben. Und das zurecht! Schon lange vor den Römern siedelten sich auf dem massiven Felsen "La Rocca" Menschen an. Die strategische Lage war immer attraktiv, nach den Griechen und Römern siedelten sich die Byzantiner und Araber.



Der normannische König Roger II ließ Cefalù im 12. Jahrhundert die weltberühmte Cattedrale mit Goldmosaiken errichten, die die Macht des neu gegründeten Königreichs Siziliens demonstrieren sollte und ursprünglich als seine spätere Grabstätte dienen sollte (er wurde dann doch in Palermo bestattet). Das monumentale Christusbild im Chorraum gehört zu den bedeutendsten Mosaiken Europas.



Badende am Strand von Cefalù im Januar und im Juli
Den Reiz der Stadt macht aber nicht nur ihr bedeutendes Kulturgut aus, sondern auch der wunderbare lange Sandstrand. Von der Mole, die am westlichen Ende des Strandes ins Meer hinaus ragt, springen an heißen Sommertagen unablässig Kinder und Jugendliche ins Wasser - ein Schauspiel, dem man ewig zuschauen könnte. Von dieser Stelle hat man einen ganz besonders schönen Blick auf die einmalige Kulisse dieser Stadt! Die erste Häuserreihe, die direkt an den Sandstrand heranreicht, verbindet mittelalterliche Substanz mit den verschiedensten Epochen, während die Menschen, auf die man hier trifft, ein bunter Mix aus kulturinteressierten Touristen, Badegästen, Familien mit Kindern und laut gestikulierenden Einheimischen sind.


In den unteren mittelalterlichen Gassen, in denen unsere Frauen übrigens gerne lange in diversen Kleidungsgeschäften verweilen, sowie in den Eiscafés auf der Piazza vor der Cattedrale, kann es in der Hauptsaison und an Feiertagen, sehr voll sein. Geht man allerdings ein paar Gassen höher, zum Beispiel rechts an der Cattedrale vorbei den Berg hinauf, dann trifft man auch in diesen Zeiten auf sehr wenige Menschen, hört aus den Häusern der Einheimischen das Kochgeschirr klappern und die Fernseher laufen.


Würde man dem Weg immer weiter nach oben folgen, käme man übrigens bald an den Eingang zum kostenpflichtigen (5€, ermäßigt 2,50€) "Parco della Rocca di Cefalù", einem Natur- und Archäologiegebiet mit gut angelegtem Wanderweg, von dem man zwischen Pinien und Spuren früherer Siedlungen bis in die Antike zurück nach etwa 20-30 Minuten Aufstieg mit Panoramen über die Dächer Cefalùs, den Strand und die Nordküste Siziliens belohnt wird (wichtige Infos hier).





Es bietet sich gut an, von Porticello aus mit dem Zug nach Cefalù zu fahren. Von Santa Flavia aus ist man mit Umstieg eine gute Stunden unterwegs, von Bagheria aus (wo man unkompliziert am Bahnhof parken kann) dauern die Verbindungen ab 38 Minuten. Mit dem Auto ist man etwa 45 Minuten unterwegs und kann einen der Parkplätze am Strand wählen. Man muss mit Preisen von etwa 5€ für zwei Stunden bis ca. 15€ für 12 Stunden rechnen.



Bei einem Rundgang durch Cefalù, den man am Strand beginnt, von der Mole aus den Blick auf die Stadt mit dem Felsmassiv bewundert, sich dann durch die kleinen Gassen mit Shoppingmöglichkeiten treiben lässt, die Cattedrale besichtigt und dahinter nach einem kleinen Aufstieg die Ruhe genießt, sollte auf dem Rückweg zum Bahnhof oder Parkplatz den die Piazza Garibaldi passieren. Das ehemalige, leider leer stehende Hotel, das noch die Aufschrift "Albergo Barranco" trägt sowie das daneben liegende Haus im Liberty-Stil sind Zeitzeichen der frühen touristischen Phase Cefalùs (Ende 19./Anfang 20. Jahrhundert), als die Stadt sich vom Fischerort zum Badeort des modernen Siziliens entwickelte. Im Gegensatz zum Vorplatz der Cattedrale, sitzen an diesem Platz abends nicht hauptsächlich Touristen, sondern auch viele Einheimische, die herausgeputzt ihren Aperitif trinken.


Weitere wichtige Infos für den Cefalù-Besuch: Die Cattedrale schließt - wie viele Kirchen Siziliens - in der Mittagspause. Öffnungszeiten: 8.30-13 Uhr, 15.30-18 Uhr (im Sommer bis 19 Uhr). Der Besuch der Kirche selbst ist kostenlos, Kreuzgang, Turm- und Dachbesteigung sind kostenpflichtig (je nach Optionen 8-13€). Mit dem Essengehen, etwa in einem der Restaurants mit Balkonen über dem Wasser, haben wir noch nicht viel Erfahrung gemacht. Ein Mittagessen im "Passafiume Cantina Bistrot" seitlich der Cattedrale war sehr empfehlenswert: sehr leckere Pasta, kommunikative und freundliche Bedienung und trotz der Lage moderate Preise. Ein anderes Mal haben wir in der "Bottega Tivitti" an der Strandpromenade eine extrem leckere Pizza zum Mitnehmen bestellt, weil es keinen freien Tisch mehr gab, und am Strand verspeist.







